Website-Relaunch: SEO prüfen, bevor die neue Seite live geht
Ein Relaunch kostet Sichtbarkeit fast immer aus denselben Gründen: alte Adressen ohne Weiterleitung, gestrichene Inhalte mit Suchwert, Sperren aus der Testumgebung, vererbte Metadaten und Text, der nur per JavaScript entsteht. Wer diese Punkte vor, während und nach dem Livegang prüft, verhindert den grössten Teil der Verluste.
Für Unternehmen, deren Website neu gebaut wird — mit eigener oder fremder Webagentur.
Woran ein Relaunch Sichtbarkeit verliert
- Alte Adressen ohne Weiterleitung
- Neue URL-Struktur, aber keine dauerhafte Weiterleitung von jeder alten auf die passende neue Adresse. Google findet die bekannten Seiten nicht mehr, verlinkte Seiten verlieren ihre Wirkung.
- Inhalte, die „aufgeräumt“ wurden
- Seiten, die Besuche brachten, werden gekürzt oder gestrichen, weil sie im neuen Design nicht vorgesehen sind. Das fällt oft erst Wochen später in den Zahlen auf.
- Sperren aus der Testumgebung
- Ein noindex-Tag oder eine robots.txt, die die Testumgebung schützen sollte, geht mit live. Die ganze Website verschwindet dann schrittweise aus der Suche.
- Vererbte Metadaten
- Canonical oder Vorschau-Adresse der Startseite werden an alle Unterseiten vererbt — ein Fehler in einer einzigen Vorlage, der jede Seite betrifft.
- Inhalte nur per JavaScript
- Das neue System rendert Text erst im Browser. Crawler, die kein JavaScript ausführen, sehen leere Seiten.
- Temporäre statt dauerhafte Weiterleitungen
- Viele Systeme leiten standardmässig mit 302 oder 307 weiter. Google behandelt das vorsichtiger als eine dauerhafte 301-Weiterleitung.
Vor dem Livegang
- Bestandsaufnahme
- Alle bekannten URLs sammeln: aus einem Crawl, aus der Search Console (Seiten mit Impressionen), aus der Webanalyse und aus Backlink-Daten. Nur so geht keine Seite mit Wert verloren.
- Weiterleitungsplan
- Für jede alte URL eine Zieladresse festlegen, eine Stufe, dauerhaft. Seiten ohne Gegenstück bewusst entscheiden: zusammenführen oder mit 410 als entfernt markieren.
- Inhalte mit Suchwert sichern
- Seiten mit Klicks oder vielen Impressionen behalten ihre Kernaussagen, Überschriften und Antworten — auch wenn sich das Design ändert.
- Technik in der Testumgebung prüfen
- Serverseitig ausgelieferter Text, korrekte Canonicals je Seite, strukturierte Daten, Überschriftenstruktur, Ladezeit. Die Testumgebung selbst per Passwort schützen statt per noindex.
Am Tag des Livegangs
- Sperren entfernen
- robots.txt und Meta-Robots der Live-Seite prüfen, bevor die Domain umgestellt wird.
- Weiterleitungen testen
- Jede Weiterleitung aus dem Plan automatisch abrufen: Statuscode 301, direktes Ziel, keine Ketten.
- Sitemap und Search Console
- Neue Sitemap einreichen, alte entfernen, wichtige Seiten zur Indexierung einreichen. Bei einem Domainwechsel zusätzlich das Adressänderungs-Werkzeug der Search Console nutzen.
Nach dem Livegang
- Erste Woche
- Search Console auf neue Fehler prüfen: „Nicht gefunden“, Weiterleitungsfehler, ausgeschlossene Seiten. Crawling-Statistiken beobachten.
- Zwei bis vier Wochen
- Impressionen und Positionen der wichtigsten Seiten mit dem Stand vor dem Relaunch vergleichen. Schwankungen sind normal; ein anhaltender Einbruch einzelner Seiten deutet auf einen konkreten Fehler.
- Laufend
- Prüfungen, die beim Relaunch geholfen haben, in den Deploy-Prozess übernehmen, damit spätere Änderungen dieselben Fehler nicht wieder einführen.
„SEO ist mitgedacht“ — fünf Fragen an Ihre Webagentur
Die Aussage ist oft ehrlich gemeint, aber selten überprüfbar. Diese Fragen machen sie überprüfbar.
- Gibt es eine Liste aller heutigen URLs mit Zieladresse?
- Wenn nicht, ist SEO nicht mitgedacht, sondern mitgemeint.
- Wie wird die Testumgebung vor der Indexierung geschützt, und wer entfernt den Schutz beim Livegang?
- Die Antwort sollte konkret sein, nicht „das machen wir dann“.
- Wird der Text serverseitig ausgeliefert?
- Bei modernen JavaScript-Frameworks nicht selbstverständlich.
- Welche Seiten verlieren Inhalt, und wurde deren Suchwert geprüft?
- Design-Entscheidungen sollten Seiten mit Besuchen nicht unbemerkt kürzen.
- Wie wird nach dem Livegang geprüft, dass alles funktioniert?
- Idealerweise automatisiert, nicht per Stichprobe im Browser.
Wie wir das selbst prüfen
Beim Umbau von seoboost.ch haben wir die Prüfungen automatisiert, statt sie von Hand zu machen: Nach jedem Deploy ruft ein Skript jede Seite der Sitemap ab und prüft Statuscode, noindex und Canonical, jede geplante Weiterleitung auf Ziel und Statuscode und jede entfernte Adresse auf ihren Status. Vor jedem Deploy stoppt ein Prüftor im Build Seiten mit fehlerhaften strukturierten Daten, Links auf Weiterleitungen oder Sitemap-Einträge mit noindex.
Genau diese Art Absicherung empfehlen wir bei jedem Relaunch. Mehr zur Arbeitsweise: Technical SEO.
Häufige Fragen
Verliert eine Website nach einem Relaunch immer Sichtbarkeit?
Nicht zwingend. Kurzfristige Schwankungen sind häufig, während Google die neue Struktur verarbeitet. Ein dauerhafter Verlust entsteht meist durch vermeidbare Fehler: fehlende Weiterleitungen, gestrichene Inhalte, Sperren oder Rendering-Probleme.
Wann sollte SEO in ein Relaunch-Projekt einbezogen werden?
Vor der Konzeption der neuen Seitenstruktur. Nachträglich lassen sich Weiterleitungen noch planen, verlorene Inhalte und eine ungeeignete Struktur aber nur mit Mehraufwand korrigieren.
Wie lange dauert es, bis sich die Rankings nach einem Relaunch stabilisieren?
Oft einige Wochen, bei grossen Umbauten auch länger. Entscheidend ist, ob einzelne wichtige Seiten dauerhaft verlieren — das ist ein Hinweis auf einen konkreten Fehler.
Können Sie einen Relaunch begleiten, den eine andere Agentur umsetzt?
Ja. Wir prüfen Weiterleitungsplan, Testumgebung und Livegang unabhängig und liefern konkrete Befunde an Ihre Webagentur.
Von Leutrim MiftarajStand 10. September 2026
Steht bei Ihnen ein Relaunch an?
Wir prüfen Weiterleitungsplan, Testumgebung und Livegang unabhängig von Ihrer Webagentur und liefern konkrete Befunde.